Nobelpreisträger Harald zur Hausen zu Gast am Uniklinikum

Gebärmutterhalskrebs steht in engem Zusammenhang mit einer Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Diese Viren werden sexuell übertragen, haben jedoch nicht immer gravierende Folgen. Zur Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs haben Frauen die Möglichkeit, sich gegen die HPV impfen zu lassen. Bei welchen Frauen eine solche Impfung zu welchem Zeitpunkt sinnvoll ist, erörtert die Frankfurter Medizinische Gesellschaft bei ihrer 632. Sitzung.

Die Erkenntnis, dass Gebärmutterhalskrebs mit einer HPV-Infektion zusammenhängt, ist auf die Arbeiten des Forschers Prof. Dr. Dr. Harald zur Hausen zurückzuführen. Der Mediziner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg konnte mit seinem Forscherteam Anfang der 1980er Jahre in Tumoren des Gebärmutterhalses HPV16 und HPV18 als Virentypen isolieren, die in den meisten Fällen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Für diese Entdeckung wurde Prof. zur Hausen 2008 von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet.

Auf der 632. Sitzung der Frankfurter Medizinischen Gesellschaft wird der berühmte Heidelberger Forscher zu humanen Papillomaviren und den Mechanismen der Krebsentstehung referieren. Ihm folgt Prof. Dr. Dr. Manfred Kaufmann, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Frankfurter Uniklinikum, mit einem Vortrag zur Bedeutung der HPV-Impfung für Frauen und deren Ärzte. Die Einführung ins Themengebiet HPV sowie die Moderation der Sitzung wird Prof. Dr. Hans W. Doerr, Direktor des Instituts für Medizinische Virologie, übernehmen.